• Schriftgröße verändern:
  • Schrift verkleinern
  • Schrift zurücksetzen
  • Schrift vergrößern

Höchste Eisenbahn! – Eine Ausstellung des Eisenbahnfreunde Hameln e.V.

Nachdem in diesem Jahr der Kunsthandwerkerweihnachtsmarkt leider ausfallen musste, fehlte eine Weihnachtsattraktion. Sehr schnell gelang es aber, einen adäquaten Ersatz zu finden – eine Ausstellung mit Modelleisenbahnen. Die Eisenbahnfreunde Hameln e.V. ließen sich schnell von der Idee begeistern. Geplant war eine zweiwöchige Präsentation von Bahnen aus dem Eigentum des Vereins und seiner Mitglieder. Schnell erfasste die „Faszination Eisenbahn“ auch die Mitarbeiter des Museums und der Zug nahm Fahrt auf!

Das Museum Hameln präsentiert in seiner Dauerausstellung eine Anzahl von Loko-motiven, Waggons und Zubehör, allerdings war über ihre Herkunft nichts bekannt. Das wurde nun anders, denn in Windeseile wurden die Modellbahnen beschrieben und bestimmt, von einigen konnte der Zugang aus dem frisch abgeschriebenen Eingangsbuch nachgewie-sen werden: Das Museum Hameln hatte 1983 in einem hannoverschen Auktionshaus Bahnen der österreichischen Firma Ditmar erworben.

Die Schätze aus dem Museum wurden in der historischen Eingangsvitrine präsentiert. Die wertvollen Bahnen eines Vereinsmitgliedes schlossen sich an und setzten den chronologischen Rundgang fort. Auf einer sieben Meter langen Platte fuhren Züge aus verschiedenen Epochen, die von den Besuchern in Gang gesetzt werden konnten – ein besonderer Leckerbissen für Groß und Klein. Sehr seltene Bahnen verschiedener Spurweiten wurden präsentiert, darunter eine vollständige Z-Bahn.

Zu sehen war außerdem die Geschichte der Eisenbahn in Hameln und Umgebung. Da das Königreich Hannover dem neuen Verkehrs-mittel Eisenbahn scheinbar zunächst skeptisch und konservativ gegenüberstand, erfolgte die Anbindung Hamelns an das Schienennetz erst verhältnismäßig spät. 37 Jahre nachdem die erste Eisenbahn zwischen Nürnberg und Fürth ihren Betrieb aufgenommen hatte, fuhr die erste Bahn auch durch Hameln. Am 13. April 1872 konnte der Abschnitte Hannover - Hameln der Hannover-Altenbekener Eisenbahn eröffnet werden.

Gleichzeitig mit dieser Verbindung war von der Hannover-Altenbekener Eisenbahngesellschaft auch die Strecke von Löhne über Hameln und Hildesheim nach Vienenburg geplant worden.

Der Abschnitt Löhne - Elze konnte im Mai 1875 für den Güterverkehr freigegeben werden. Die Eröffnung für den Personenverkehr erfolgte wenig später am 30. Juni. Hameln war damit auf einen Schlag an zwei wichtige Güter- und Personenverkehrsstrecken der Eisenbahn angebunden.

Im Juli 1879 wurde die Bahn verstaatlicht und unter der Königlich-Preußischen Eisenbahn-Verwaltung entwickelte sich Hameln zum Verkehrsknotenpunkt. Diese Bedeutung Hamelns wurde in der Ausstellung deutlich, Modelle aller je in Hameln gefahrenen Züge waren zu sehen.

Auch das Bahnhofsgebäude, dessen besondere Beschaffenheit und Nutzungsgeschichte wurde in der Ausstellung erzählt. Wegen der besonderen Bedeutung als Eisenbahnknotenpunkt wurde die Anlage des Hamelner Bahnhofs großzügig geplant und mit keilförmigem Empfangsgebäude, welches am 30. Dezember 1872 eingeweiht wurde.

In den darauf folgenden Jahren wurde das Bahnhofsgebäude verschiedentlich um- und ausgebaut, da immer mehr Reisende abgefer-tigt werden mussten. Auch die Gleisanlagen wurden dem steigenden Verkehraufkommen angepasst und erweitert.

Am 20. März 1921 brannte das Empfangs-gebäude bis auf die Grundmauern nieder. Nur die Seitenflügel blieben verschont. Im März und April 1945 trafen gezielte Luftangriffe der Alliierten den Hamelner Bahnhof. Große Teile des Empfangsgebäudes brannten nieder und Verbindungstunnel wurden zerstört. Der Wiederaufbau des Bahnhofs zog sich lange hin. Erst 1949 war das Empfangsgebäude wieder hergestellt. 2001 kauften die Hamelner Stadtwerke das denkmalgeschützte Bahnhofsgebäude.

Kinder konnten in der Ausstellung mit der frei zugänglichen Gartenbahn spielen. Für die älteren war vielleicht die Geschichte der Sünteltaler Eisenbahn interessant, die von den dortigen Eisenbahnfreunden akribisch aufgearbeitet worden war. In einer besonderen Vitrine wurde das Hobby Modellbahnbau präsentiert. Herausragende Modelle waren dabei z.B. ein ganz aus Metall gefertigtes Modell der Lokomotive „Der Adler“.

Das museumspädagogische Programm war auf Kindergärten und Grundschulen ausgerichtet und war ein besonderes Highlight der Ausstellung, die vorzeitig bis zum 3. Februar 2008 verlängert wurde.

©2013 Museum Hameln, erstellt mit dem dev4u-CMS von a.b.media