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"Bürger erobern ihre Geschichte" - Museum und Museumsverein in Hameln

Nicht zuletzt durch die regelmäßigen Sonderausstellungen ist es über Jahre gelungen, das Museum auch überregional und international als attraktiven Anziehungspunkt zu positionieren. Dabei lagen die Anfänge des Museumswesens in Hameln im 19. Jahrhundert eigentlich eher in der Tradition bildungsbürgerlicher Geschichtsaneignung und kultureller wie politischer Identitätsfindung.
Die Entstehung und die spannende Entwicklung des Museumsgedankens in Hameln vom frühen 19. Jahrhundert bis in die unmittelbare Gegenwart sollte nun in einer Sonderausstellung erzählt werden.

Der Anlass war ein durchaus aktueller: Die Modernisierung und bauliche Erweiterung des Hamelner Museums wurde bereits seit 2001 nicht nur diskutiert sondern auch konkret geplant. Was lag näher, an dieser Stelle einmal innezuhalten und einen Blick in die bewegte Geschichte des Museums und seiner Macher zu tun. Die "Macher", das waren bis in die 1970er Jahre ehrenamtlich die Vorstandsmitglieder des Museumsvereins Hameln; eine Gesellschaft honoriger Bürger, die sich 1898 als "Verein zur Sammlung und Erhaltung von Alterthümern der Stadt und des Kreises Hameln" zusammenfanden.
Schon vorher hatte es museale Ausstellungen in Hameln gegeben: Seit den 1820er Jahren führte der Veterinärrat F.W. Haspelmath ausgewählte Gäste durch seine altertümlichen Sammlungen in den Stadttürmen, der Likörfabrikant George Pflümer betreute seit 1885 die städtische Münzsammlung im alten Rathaus. Der Museumsverein fasste die Sammlungen zusammen.
1910 vererbten Adolph und Friederike Wallbaum das Leisthaus an den Verein, mit der Bestimmung, das Haus als Museum zu nutzen. 1912 fand die Eröffnung des Heimatmuseums statt. Zwei Weltkriege, die Weimarer Republik, NS-Zeit, dann das Wirtschaftswunder und die revolutionären Forderungen der 1960er und 1970er Jahre prägten das Museumsleben auf unterschiedlichste Weise.
Aber das Museum selbst prägte auch die Menschen, die im Leisthaus lebten und arbeiteten und jene, die das Museum besuchten: Als Ort der Erinnerung, Refugium der "guten, alten Zeit", regionale Schaltzentrale der NS-Propaganda, außerschulischer Lernort oder Touristenattraktion.

Die Sonderausstellung erzählte die ganze aufregende Geschichte vom Museum und seinen Menschen. Von ihren Schicksalen, Ideen und Ansätzen, Krisen und Erfolgen, von den immer wieder durchgeführten Umbauten und Neuordnungen. Dabei gab es auch ein Wiedersehen mit Exponaten, die zum Teil seit mehr als einem Jahrhundert ein trauriges Dasein in den Depoträumen fristen. Eine spannende Begegnung mit der Vergangenheit, aber auch ein Ausblick in die Gegenwart und Zukunft der Kultur in Hameln.

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