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Als dem Museum Hameln im Sommer 2001 acht Plastik-Brotkisten mit alten Fotoplatten angeboten wurden, ahnte niemand, welcher Schatz unter all dem Staub verborgen lag. Diesen Schatz präsentierte das Museum in der Ausstellung "Wir lebten in Hameln - Porträtfotografie um 1940" vom 9. August bis 9. November 2003.

2.500 Porträts von Hamelnerinnen und Hamelnern, mit Namen versehen und damit zuzuordnen - eine stadtgeschichtliche Quelle von hoher Bedeutung war gefunden. Die Fotos von ganz normalen Menschen erlauben einen Blick in die Lebenswelten der Zeit um 1940.

Kleidung, Haartracht, Haltung und Gesichtsausdruck geben uns einen Eindruck vom Alltagsleben, der Krieg wird deutlich spürbar. Wir heutigen Hamelner können den damaligen Bewohnern dieser Stadt direkt ins Gesicht schauen – ein atemberaubendes Erlebnis!

Noch spannender wird diese Begegnung, weil fast 40 Porträtierte zu ihrer Lebensgeschichte oder der ihrer Angehörigen befragt werden konnten. Dieser biographische Zugang eröffnet uns noch eine besondere Dimension. Traurige Geschichten, Erfolgsstorys – der Betrachter beginnt unwillkürlich über so schwer fassliche Dinge wie Zeit und menschliches Schicksal nachzudenken.

Wer war Hugo Eggers? Wie hat er gearbeitet und gelebt? Wie restauriert man eigentlich alte Fotoplatten? Diese Fragen werden in der Ausstellung ebenso beantwortet wie solche nach dem Stand der Fototechnik in der damaligen Zeit. Damals wurden alle Bilder retuschiert - und schon sah der Kunde zehn Jahre jünger aus!

Ein besonderes Highlight der Ausstellung war die Präsentation der Kamera, mit der Hugo Eggers damals fotografierte. Eine große, hölzerne Plattenkamera - kein Wunder, dass die Kunden vom Besuch beim Fotografen fasziniert waren!

Ausstellungskatalog

AusstellungskatalogZu der Sonderausstellung "Wir lebten in Hameln. - Porträtfotografie um 1940" im Museum Hameln ist ein Ausstellungskatalog erschienen.

Auf gut 200 Seiten werden die abenteuerlichen Umstände des Fotoplattenfundes, seine Bedeutung für die Hamelner Stadt- und Sozialgeschichte sowie die aufwändige Restaurierung der Glasnegative anschaulich beschrieben. Zwei Fachbeiträge erzählen die Geschichte des Fotowesens und der Fotoateliers in Hameln, stellen den Fotografen Hugo Eggers vor und zeichnen die technische Entwicklung der Fotografie von den Anfängen um 1830 bis Mitte des 20. Jahrhunderts nach.

150 ausgewählte Porträtfotografien ergänzen den Band und bieten einen repräsentativen Querschnitt durch den insgesamt ca. 2500 Negative umfassenden Nachlass des Fotografen Hugo Eggers.

Der handliche und edel aufgemachte Katalogband eignet sich sowohl als anspruchsvolles Mitbringsel, Souvenir oder Geschenk, als auch als Fachlektüre zur Ausstellung und für Studien zur Hamelner Sozial-, Wirtschafts-, Kunst- und Stadtgeschichte.

Er ist an der Museumskasse, bei den Buchhandlungen Mathias, Wöckener und Seifert, beim Hamelner Touristikcenter HMT und beim Fotoatelier Blesius für 10,00 EUR erhältlich.

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