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Der Struwwelpeter - geliebt, gehasst und oft missbraucht

StruwwelpeterDer Struwwelpeter ist eines der verbreitetsten Kinderbücher der Erde, es wurde in 30 Sprachen übersetzt und auf allen Kontinenten vertrieben.

Dr. Heinrich Hoffmann schrieb es 1844 in Frankfurt für seinen kleinen Sohn, schon ein Jahr später erschien eine Druckausgabe.

Zu Hameln hat das Buch einen besonderen Bezug: Hier wurde im 18. Jahrhundert der sog. "Wilde Peter" im Wald gefunden. Das Kind war verwahrlost und konnte kaum sprechen. Eine Sensation für Pädagogen und andere Interessierte, die glaubten, eine genaue Untersuchung des Jungen könne ihnen wichtige Informationen über die Bedeutung von Erziehung für die Entwicklung des Menschen liefern.

Die Sammlerin Gudrun Scholtz-Knobloch stellte eine Vielzahl ihrer in langen Jahren gesammelten, zum Teil einmaligen, Objekte zur Verfügung, die die verschiedenen Facetten der Geschichte des Kinderbuchs beleuchten.

Wer ist Dr. Heinrich Hoffmann, der das Buch für seinen Sohn geschrieben hat? Warum war (und ist) der Struwwelpeter so erfolgreich? Wieso konnte er im Ersten Weltkrieg und in der Nazizeit so leicht zu Propagandazwecken mißbraucht werden? Gibt es Verbindungen zwischen der Erziehung im 19. Jahrhundert und der heutigen Pädagogik?

All diese Fragen nahm die Ausstellung auf und bot mit vielen kostbaren alten Kinderbüchern, Spielzeug aus verschiedenen Epochen und frühen "merchandising"-Produkten ein buntes Bild der Kinderwelt. Ergänzt wurde die Ausstellung durch ein reichhaltiges Rahmenprogramm: Eine moderne Fassung des Struwwelpeter wurde als Puppenspiel aufgeführt, dazu kamen Kinderfilmvorführungen, Mal- und Verkleidungsaktionen und eine Veranstaltung zum "Wilden Peter von Hameln".

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