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Weserrenaissance und Hochzeitshaus

Die prachtvollen Giebel in Hameln fallen jedem ins Auge, der heute durch die Altstadt flaniert. Die Bürger bauen, um ihr neues Selbstbewusstsein und ihren Wohlstand zu zeigen.
Aber hinter den Fassaden wird es erst richtig spannend: Die Fenster“rahmen“ im Leisthaus zeigen z.B., dass man auch in dieser Zeit spart – wenn es die anderen nicht sehen. Außen tragen sie Renaissanceformen, auf der Innenseite die altmodische Verzierung. Die Rahmen sind nicht neu, sondern sie wurden nur gedreht.

Zwischen 1610 und 1617 entsteht mit dem "Neuen Gebäude" - das später Hochzeitshaus genannt wird - an prominenter Stelle das prachtvollste und zeitlich letzte Beispiel der Hamelner Weserrenaissance. Hinter den reich verzierten Fassaden sollen Ratsapotheke, - waage und - weinschenke sowie ein Festsaal Platz finden. Gezeigt werden neben verschiedenen Bildern, Objekte, die bei der archäologischen Grabung 2005 entdeckt wurden sowie aktuelle Forschungsergebnisse und Pläne für die zukünftige Nutzung des Gebäudes.

Ausbau zur Landesfestung

Der 30jährige Krieg ist auch für Hameln eine harte Prüfung. Der Flussübergang spielt in den Kämpfen eine große Rolle. Muss Hameln wieder katholisch werden? Viele Bürger fürchten das. Jahrelang besetzen katholische Truppen die Stadt. Die Menschen leiden unter den Belastungen. Erst Herzog Georg von Lüneburg kann dem 1633 ein Ende setzen: Nach langer Belagerung erzwingt er den Abzug der Besatzer. Es dauert lange, bis Hameln sich erholt.
Der Ausbau zur Landesfestung bringt wirtschaftlichen Aufschwung, aber auch starke Einschränkungen. Der Aufstieg der welfischen Landesherren zu Kurfürsten und Königen von Großbritannien macht die Festung ab 1714 zum Vorposten einer Großmacht. Die Folgen bekommt Hameln bald zu spüren: Stadt und Umland werden im Siebenjährigen Krieg zum Schauplatz weltpolitischer Auseinandersetzungen. Die Kriege mit dem revolutionären Frankreich führen schließlich zum Ende der Festung. Auf Befehl Napoléons wird sie 1808 vollständig zerstört.

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