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Die Sagenwelt der Brüder Grimm

DIE SAGENWELT DER BRÜDER GRIMM

Die Jubiläumsausstellung

24. Juni 2016 bis 19. Februar 2017


Mit der Sonderpräsentation

„Sie sah die Kinder fortziehen“ – Die ältesten Quellen zum Kinderauszug

24. Juni bis 25. September 2016


1816 veröffentlichten die Brüder Grimm den ersten Band ihrer "Deutschen Sagen". Damit gaben sie auch der weltberühmten Sage vom Rattenfänger eine allgemeingültige literarische Fassung. Das Museum Hameln nimmt das 200. Jubiläum zum Anlass für eine Ausstellung, die tiefer in die abenteuerliche, lustige, schaurige und mitunter auch seltsame Sagenwelt der Brüder Grimm vordringen will.

Die Faszination der Sagen ist untrennbar mit den Orten ihrer Handlung verbunden: Trutzige Burgen, finstere Wälder, tiefe Seen und zerklüftete Berge sind „sagenumwoben“ und bilden reale Bezugspunkte für die dort beheimateten Geschichten. Genau dort setzt die Ausstellung an, indem sie in thematisch gestalteten Räumen eine Sagenlandschaft inszeniert, die zum Entdecken der zum großen Teil unbekannten Sagen einlädt: Wer schlug die Axt in den Baum? Warum läutet eine Schlange die Glocke? Was erwartet den Eindringling im Inneren des Berges? Und warum stellt der Wassermann seine Töpfe mit der Öffnung auf den Boden?

Unter Einbeziehung unterschiedlicher Medien und interaktiver Elemente lädt die Ausstellung zu einer sinnlichen Entdeckungsreise ein, die Besucherinnen und Besucher aller Altersgruppen auf unterhaltsame Weise mit zahlreichen Sagen bekannt macht. Dabei begegnen sie dem Rattenfänger von Hameln ebenso wie den Weibern von Weinsberg, dem Knoblauchkönig, Lohengrin oder Wilhelm Tell. Sie treffen auf wilde Frauen und fromme Mägde, auf ruhmreiche Könige und ruchlose Übeltäter, aber auch auf Riesen und Zwerge, Wassermänner und Nixen, unheimliche Geister und rätselhafte Naturwesen.

Das Museum Hameln konnte die Künstlerin Huyen-Tran Chau gewinnen, einigen dieser Sagenwesen Gestalt zu verleihen. Mit der Technik der Gemüseschnitzkunst ihrer vietnamesischen Heimat, die ein Ausdruck des Respekts vor der Vielfalt der Natur ist, findet Chau eine ebenbürtige Bildsprache für die geradezu spirituelle Naturverbundenheit vieler Sagen. Die überwiegend eigens zu diesem Anlass entstandenen Werke zeigen Früchte, Gemüse und Pflanzen in ungekannter Weise, was ihren Bildern eine ebenso poetische wie überraschende Wirkung verleiht.

Begeben Sie sich auf die Reise in eine faszinierende und geheimnisvolle Welt, die jede Menge Überraschungen und Entdeckungen bereithält. Aber Vorsicht: Nicht jede Sage hat ein Happy-End!

„Sie sah die Kinder fortziehen“ – Die ältesten Quellen zum Kinderauszug

Sonderpräsentation vom 24. Juni bis 25. September 2016

Im Rahmen der Sonderausstellung „Die Sagenwelt der Brüder Grimm“ zeigt das Museum auch die drei ältesten noch erhaltenen Quellen zum Hamelner Kinderauszug.

In ihrer Sagensammlung erzählen die Brüder Grimm nicht nur die Geschichte vom Rattenfänger in ihrer bis heute bekannten Form, sondern sie dokumentieren auch die ihnen bekannten Quellen und Objekte zur Sage.

Die älteste noch erhaltene Quelle ist die Handschrift „Catena Aurea“, eine Legendensammlung des Heinrich von Herford, die als Abschrift aus der Zeit um 1430-50 in der Ratsbücherei der Hansestadt Lüneburg erhalten blieb. Sie nennt sogar eine Augenzeugin für den Auszug der Kinder: „Und die Mutter des Herrn Dechanten Johann von Lüde sah die Kinder fortziehen.“

Die Bamberger Chronik des Hans Zeitlos gilt als authentische, unverfälschte Wiedergabe der Sage, wie sie im Volksglauben um 1550 verbreitet war: So wurde mit einer Rückkehr des Pfeifers nach 300 Jahren gerechnet. Auch der Hinweis auf die zurückkehrenden Kinder, „das eine erblindet, das andere verstummt“, ist enthalten.

Komplettiert wird die Präsentation durch das Hamelner Stadtbuch Donat als Leihgabe aus dem Stadtarchiv Hameln. Darin finden sich unter drei Urkunden des 14. Jahrhunderts Hinweise auf den Kinderauszug, die nachträglich ergänzt wurden. Ein Erklärungsversuch für die Entstehung dieser Fälschungen ist die Annahme, dass im 16. Jahrhundert künstlich Quellen erschaffen wurden, um interessierten Stadtbesuchern einen Beweis für den Kinderauszug zeigen zu können.

In der Dauerausstellung sind weitere historische Objekte zur Sage zu sehen, darunter der berühmte Stein vom Neuen Tor und das erste gedruckte Werk zum Kinderauszug (beide 1556).

Entdecken Sie die ältesten erhaltenen Objekte zum bis heute rätselhaften Hamelner Kinderauszug des Jahres 1284. Alle frühen Quellen haben eins gemeinsam: Nirgends wird von einer Rattenplage berichtet – das Motiv für den Auszug der Kinder bleibt offen!

Die Ausstellung "Die Sagenwelt der Brüder Grimm" ist ein Beitrag zum Jubiläum „Sagenhaft“, ein Kooperationsprojekt unter Federführung des Deutsche Märchenstraße e.V. aus Anlass des Jubiläums „200 Jahre Deutsche Sagen der Brüder Grimm 2016 – 2018“.

Bilder der Ausstellung

Das Moosweibchen, © Huyen-Tran Chau

Die Schlangenkönigin, © Huyen-Tran Chau

Themenraum Burg, © Museum Hameln

©2013 Museum Hameln, erstellt mit dem dev4u-CMS von a.b.media